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Tarifvertrag nr. 179 deutsche post ag

Die Reaktionen einiger Wettbewerber der Deutschen Post gewichtverleihen das Argument, dass der Wettbewerb auf einem liberalisierten Postdienstleistungsmarkt in erster Linie auf niedrigen Löhnen und nicht auf der Qualität der Dienstleistungen beruhe. Darüber hinaus unterstreichen solche Reaktionen die Befürchtungen von ver.di, dass die Bedingungen in der Postbranche gefährdet würden, wenn die Marktöffnung nicht durch gesetzliche Regelungen flankiert würde. Es ist wahrscheinlich, dass die Debatte über die Einführung eines nationalen Mindestlohns fortgesetzt wird. Trotz der Kritik der Arbeitgeber fordern andere Branchen bereits, den Wettbewerb durch die Einführung von Mindestlöhnen zu regulieren. Laut Presseberichten wollen die Mitglieder der Metzgerei Anfang 2008 Gespräche mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aufnehmen, um einen Tarifvertrag über Mindestlöhne für die Fleischhändler auszuhandeln. Dieser Tarifvertrag definiert Postzustelldienste als alle Vorgänge, die sich mit der Abholung, Abwicklung und Lieferung von schriftlicher Korrespondenz mit einem Gewicht von nicht mehr als 1.000 Gramm befassen. Sie wird allgemeine Mindeststundenlöhne von 8 € in Ostdeutschland und 8,40 € in Westdeutschland einschließlich Berlin vorsehen. Für Postbeschäftigte werden die Mindestsätze in Ostdeutschland auf 9 Euro pro Stunde und in Westdeutschland einschließlich Berlin auf 9,80 Euro pro Stunde festgesetzt. Die Frage, ob die Ost- oder Westtarife gelten, hängt davon ab, wo der Service erbracht wird, und nicht davon, wo sich das Unternehmen befindet. Darüber hinaus laufen ab dem 1.

Januar 2010 die Osttarife aus, und ein einheitlicher Mindeststundensatz von 8,40 € im Allgemeinen und von 9,80 € für Postbeschäftigte tritt in Kraft. Der Regierungsbeschluss erfüllte die Erwartungen von ver.di, dass der Weg für einen nationalen Mindestlohn in der Postbranche vor der vollständigen Liberalisierung am 1. Januar 2008 geebnet werden sollte. Umgekehrt hat der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, eine Erklärung abgegeben, in der er sich gegen die Entscheidung der Regierung aussprach und vor der Einführung noch mehr sektoraler Mindestlöhne warnte. Im Jahr 2007 konzentrierte sich die öffentliche Debatte über die Liberalisierung der Postzustelldienste zunehmend auf die Lohnfrage.